Automatisch gespeicherter Entwurf

Gut behütet in Trapani

Automatisch gespeicherter Entwurf

Napoleon Bonaparte über seinen Kerkermeister auf der Insel Sankt Helena

 

„Ich habe Preußen, Kosaken, Tataren und viele andere gesehen! Aber in meinem ganzen Leben sah ich noch keine so unheilbringende, abstoßende, widerliche Fratze. Ihm ist das Verbrechen auf das Gesicht gepägt.“

Und:

„Der Gouveneur ist ein zu seinem Posten gänzlich unfähiger Mensch. Er besitzt viel List, aber weder Talent noch Charakter. Er ist ein argwöhnischer, arglistiger, verlogener, ränkevoller Mensch und ist voll Falschheit. Gerade wie die Italiener des 15. und 16. Jahrhunderts. Er würde sich vortrefflich zum Spion der Inquisition eignen! Man sollte ihn nach Goa schicken.“

Aus: „Napoleon auf Sankt Helena. Memoiren des Sir Hudson Lowe, Gouveneurs von St. Helena.“ Stuttgart, 1910.

Automatisch gespeicherter Entwurf

50 % zu und 100 % zu

50 %: Zuerst habe ich Lust, zumindest immerzu per Zug zu dir zu kommen statt zuhause zu bleiben.

100 %: Mia san zua  – Im Süden

Automatisch gespeicherter Entwurf

Monogamist

Ein Monogamist ist jemand, der monogam für Mist hält.

                                                                   

Automatisch gespeicherter Entwurf

Sonnenbrillenmonogamist

Im Prinzip bin ich recht monogam veranlagt. Dies gilt besonders auch, was meine Beziehung zu Sonnenbrillen angeht. Das Verhältnis mit meiner letzten Sonnenbrille dauert sicherlich länger als ein Jahrzehnt. Es handelte sich um eine namenslose Polaroidbrille, die jede Menge Reize in sich trug. Sie war leicht, alles aus Plastik und daher in großem Maße biegbar. Sie schützte mich vor intensiven Sonnenstrahlen und spiegelte die Außenwelt recht farbgetreu wider. Die Fassung hatte sich zwar im Laufe der Jahre etwas gelockert, sodass die Gläser herausfielen, doch taten sie dies eigentlich nie, ohne mich davon in Kenntnis zu setzen. Und sie zeigte sich nachsichtig, denn man konnte die Gläser ohne Probleme leicht wieder in die Fassung drücken. Es sprach für sie auch, dass sich die Anschaffungskosten in Grenzen hielten (damals wohl noch ca. 20 DM) und sie mir absolut keine Unterhaltskosten verursachte. Diese Idylle hätte vermutlich noch über Jahre weitergehen können, wenn sie nicht im letzten Jahr vollkommen überraschend auf einem Zagreber Parkplatz verschwunden wäre. Wie zumeist in einer langjährigen Beziehung ist die Schuldfrage nicht eindeutig zu klären. Ging sie auf dem Dach eines anderen Autos fremd, hat sie sich nur einfach aus meiner Tasche fallen lassen, gefiel ihr der Kellner im Restaurant, wo ich mit meiner neuen Freundin zu Mittag gegessen hatte, zu gut oder ist sie einfach aus Eifersucht auf dem Restauranttisch liegen geblieben, wer wird es wissen. Alle meine Nachforschungen blieben jedenfalls ergebnislos.

Seit diesem tragischen Zeitpunkt ist mein Verhältnis zur Sonnenbrillen äußerst problematisch geworden. Da ich mir schon allein wegen der hohen Anschaffungs- und Unterhaltskosten aus Markennamen nichts mache – ich zweifle zudem stark an ihrer Treue -, versuchte ich bislang mein Glück mit chinesischen Sonnenbrillen, die sich für oft lächerlich niedrige Preise um 1-3 Euro hergaben. Zwei oder drei Modelle hatten mich auch durch ihre wohlgestaltetes Äußeres stark beeindruckt, ja ich würde fast von Liebe auf den  ersten Blick sprechen wollen. Lässt man sich dann freilich länger auf sie ein, zeigen sie ihre Tücken und Fehler. So nehme ich mit ihnen die Außenwelt in komischen Farben war, und oft verschaffen sie mir nach kurzer Zeit ein ziemliches Kopfweh.

Doch  vielleicht zeichnet sich am Horizont nun ein Happy End ab, denn vor ca. 7 Tage begegnete ich bei Lidl Auriol. Zuerst einmal trägt sie im Gegensatz zu ihren anonymen chinesischen Vorgängerinnen diesen schönen Namen Auriol. Doch nicht nur dies, denn dank weiterer Angaben wie Cat.3 und U62.447/8 gehe ich auch von einer guten familiären Abstammung aus. Etwas stutzig machte mich freilich der Umstand, dass auch sie in China das Licht der Welt erblickt hat. Doch dies ist wohl heute üblich. Und sie ist nicht wirklich eine Schönheit, nicht proportional gebaut, denn mit ihren verhältnismässig großen Gläsern verdeckt sie gut 50 % meiner Gesichtsfläche. Dies mag sich für mich aber durchaus als vorteilhaft herausstellen, wobei ich da nicht in die Einzelheiten gehen möchte. Jedenfalls vorteilhaft in mehrfacher Hinsicht, denn so dürfte es ihr schwerfallen, mir untreu zu werden. Aber warten wir es ab, denn unsere Beziehung steckt ja noch in den Kinderschuhen.

Liebe Auriol, ich wünsche uns zusammen nur das Allerbeste!

Automatisch gespeicherter Entwurf

Wüstenroter Zeitbegriff

Vor mir der Antrag auf Wohungsbauprämie 2012 von Wüstenrot. Darauf links oben kleingeschrieben: „Bitte umgehend (spätestens bis 31.12.2014) zurückschicken an: Wüstenrot Bausparkasse AG…“

Das nenne ich fristgerecht!

 

Automatisch gespeicherter Entwurf

Der gerettete Unterrock

„Ich glaubte, eine Unschuld zu retten und rettete – einen Unterrock.“ Zumeist wird allein dieser Satz Friedrich Hebbels zitiert, den er am 16. Juli 1835 in sein Tagebuch eintrug. Doch das Verständis dieser Sentenz erschließt sich wohl erst aus dem Zusammenhang und der lautet so: „Jenes Mädchen, das ich schreien hörte, das ich aus den aufgedrungenen Umarmungen eines Mannes errettete, das mir nachher selbst um den Hals fiel und mir sagte, es ist ja nicht um das bißchen Arbeit, sondern um mein Kleid, welches so schmutzig wird.“  Wie man es auch sieht, Hebbel hat sich jedenfalls recht heldenmässig aufgeführt.

Automatisch gespeicherter Entwurf

Vergebliches Duell auf der Giudecca Insel in Venedig

Automatisch gespeicherter Entwurf

Mexikanische Pattstellung in ……….Italien

Um die aktuelle politische Situation in Italien zu beschreiben, bietet sich ein Begriff an, der vermutlich von den italienischen Spaghettiwestern ins Leben gerufen wurde und nun in lebensechter Gestalt nach Italien zurückkehrt.  Die typische Situation der mexikanischen Pattstellung besteht  darin, dass sich mehrere Kontrahenten (zumeist 3 Protagonisten) mit  auf den Gegner gezielten Pistolen (eine oder manchmal auch zwei) in Schach halten.  Die bekannteste Filmszene für das mexikanische Patt dürfte aus dem Western Sergio Leones „Zwei glorreiche Halunken“ (im Original: The good, the bad and the ugly) stammen. Hier die Beschreibung dieser Szene aus der Wikipedia:

Als Tuco und der Blonde schließlich den gesuchten Friedhof finden und kurze Zeit später auch Sentenza dort eintrifft, kommt es zwischen den drei Meisterschützen zu einem nervenaufreibenden Showdown – der Sieger und einzige Überlebende soll den Stein erhalten, auf den der Blonde, wie er vorgibt, den gesuchten Namen des Grabs (wo der Goldschatz verborgen ist – Anm. von mir)  geschrieben hat. Während die beiden anderen jeweils zwei Gegner belauern müssen, hat der Blonde jedoch in der Nacht zuvor Tucos Waffe entladen und kann sich daher nun ganz auf Sentenza konzentrieren. Er erschießt ihn und lässt Tuco anschließend das Gold ausgraben. Dann zwingt er ihn, sich mit einem Galgenstrick um Hals und Ast auf ein wackeliges Grabkreuz zu stellen, und reitet mit der Hälfte des Geldes davon. Von weitem legt er sein Gewehr auf den um Hilfe jammernden Tuco an und zerschießt den Strick wie in alten Zeiten. Tuco bekommt einen Wutanfall, während der Blonde ruhig dem Horizont entgegen reitet.

In dieser Situation ist der Blonde eindeutig in einer bevorzugten Stellung, da er sich gut auf das Treffen vorbereitet hatte. Die italienische Wirklichkeit hat den Film nun eingeholt und die 3 politischen Kontrahenten Bersani (PD), Berlusconi (PL) und Grillo (Bewegung 5 Sterne) handeln fast genauso wie unsere Westernhelden.  Nur sind sie nach dem Wahlausgang von Ende Februar vollkommen unvorbereitet in dieses Showdown gegangen. Und auch was die Besetzung der Rollen angeht, dürfte nicht nur bei mir noch große Unklarheit bestehen, wer hier den Guten, den Bösen und den Hässlichen abgibt. Hässlich sind sie jedenfalls alle drei. Ziemlich sicher ist auch, dass die drei Kontrahenten aus diesem Patt mit dem Leben davonkommen werden. Anders sieht es freilich für die Zuschauer, sprich die italienischen Wähler, aus.  Es vergeht kaum ein Tag, an dem jemand nicht Selbstmord verübt, weil er aufgrund der galoppierenden Wirtschaftskrise seine Arbeit oder sein Unternehmen einbüsst  und nun vor dem Nichts steht.  Doch damit haben wir endgültig das Westernszenario hinter uns gelassen. 

Automatisch gespeicherter Entwurf

 Klaviatur des Geistes

„Gewiß ist die Sinnlichkeit die Klaviatur des Geistes.“ Aus Hebbels Tagebüchern: Erstes Tagebuch 1838. Der Spruch wirkt allein schon so glänzend. Verständlicher wird er freilich mit dem Vorsatz, den Hebbel dazuschrieb: „Oft ist es, als ob im Menschen ein hohes geistiges Bedürfnis erwachte, indem er ein körperliches befriedigt.“ So schrieb Hebbel. Doch ist dem wirklich so?