Archive for the ‘Was der Chef so denkt’ Category

(Deutsch) Die bedauernswerte Statue von Umberto Saba in Triest

Saturday, August 5th, 2017

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(Deutsch) Anschlag in Dortmund und italienische Verschwörungstheorie

Wednesday, April 12th, 2017

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(Deutsch) Deutsch in russisch

Wednesday, March 29th, 2017

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(Deutsch) Ein folgenreiches Versehen

Wednesday, March 29th, 2017

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(Deutsch) Rauchen auf Raten

Thursday, February 9th, 2017

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(Deutsch) The man is a trump

Saturday, January 21st, 2017

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(Deutsch) Fast eine Liebesgeschichte

Wednesday, October 5th, 2016

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(Deutsch) Ein revolutionärer Vorschlag zum Austragungsort der Olympischen Spiele

Thursday, September 22nd, 2016

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(Deutsch) Bin ich moralisch oder bin ich unmoralisch?

Tuesday, September 20th, 2016

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(Deutsch) Beitrag zu einem einvernehmlichen Projekt

Monday, September 19th, 2016

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(Deutsch) Kleine Züge im Genialen

Monday, September 19th, 2016

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(Deutsch) Das Megaprojekt

Saturday, September 17th, 2016

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(Deutsch) Geschichten über meine Geliebte

Friday, September 16th, 2016

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(Deutsch) Gedächtnisparade

Tuesday, May 10th, 2016

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(Deutsch) Weltmeisterschaft im Zimmerfussball

Friday, July 17th, 2015

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(Deutsch) Mein Guru hat wieder ins Volle getroffen

Sunday, January 18th, 2015

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(Deutsch) Beten kann tödlich sein

Monday, September 29th, 2014

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(Deutsch) Das Jahr des fallenden Radlers

Thursday, September 11th, 2014

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(Deutsch) Mein (Ex)-Wirt des Vertrauens und der alte, kahlköpfige Jazzsänger

Monday, July 7th, 2014

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(Deutsch) Der beste Witz der Welt

Wednesday, June 18th, 2014

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(Deutsch) Lebensmüde oder einfach nur Pech

Tuesday, June 17th, 2014

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(Deutsch) Bankraub-Lady mit 70 Jahren

Friday, March 14th, 2014

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Friday, November 8th, 2013

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(Deutsch) Reißaus vor dem Sturm

Sunday, September 29th, 2013

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(Deutsch) Bildung und Menschlichkeit

Monday, June 3rd, 2013

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Einer ist Staatsbeamter

Tuesday, May 14th, 2013

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Der Gerechtigkeit wird Schuldigkeit getan

Tuesday, May 14th, 2013

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Handymanie im öffentlichen Zagreber Nahverkehr

Wednesday, May 8th, 2013

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Sonnenbrillenmonogamist

Saturday, April 13th, 2013

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Mexikanische Pattstellung in ……….Italien

Wednesday, April 10th, 2013

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(Deutsch) Hunde als Drogenkuriere – Alles schon mal dagewesen

Monday, March 25th, 2013

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(Deutsch) Fast schon ein Bekannter

Thursday, March 21st, 2013

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(Deutsch) Beppe Grillo – der neue Mussolini? Zumindest laut Spiegel

Friday, March 15th, 2013

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(Deutsch) Kampf ums Überleben oder Ladendiebstahl auf andere Art

Thursday, March 14th, 2013

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24 Eskimowörter für Schnee und mein Wort für die Sonne – Ein Liebesgedicht für R.

Monday, March 4th, 2013

24 Eskimowörter für Schnee und mein Wort für die Sonne – Ein Liebesgedicht für R.

1)       qanik: fallender Schnee

2)      qanittaq: vor kurzem gefallener Schnee

3)      aputi: Schnee auf dem Boden

4)      maujaq: weicher Schnee auf dem Boden

5)      masak: nasser fallender Schnee

6)      matsaaq: halbgeschmolzener Schnee auf dem Boden

7)      aqilluqaaq: Treiben von weichem Schnee

8)      sitilluqaq: Treiben von hartem Schnee

9)      kaviʁisiʁlaq: durch Regen und Frost rauh gewordener Schnee

10)   pukak: kristallener Schnee auf dem Boden

11)   miŋuliq: feiner Mantel von pudrigem Schnee

12)   natiʁuvaaq: feiner von Wind getragener Schnee

13)   piiʁtuʁiniq: dünner Mantel von weichem Schnee auf einem Objekt

14)   qiqumaaq: Schnee, dessen Oberfläche gefroren ist

15)   katakaʁtanaq: harte Kruste von Schnee, die unter Fußstapfen nachgibt

16)   aumannaq: Schnee im Begriff zu schmelzen, auf dem Boden

17)   aniu: Schnee zum Herstellen von Wasser

18)   siʁmiq: schmelzender Schnee als Baumaterial für ein Schneehaus

19)   illusaq: Schnee benutzbar zum Bauen eines Schneehauses

20)   isiʁiaʁtaq: gelber oder rötlich fallender Schnee

21)   kiniʁtaq: kompakter Schnee

22)   maŋŋuq: schmelzender Schnee

23)   qannialaq: leicht fallender Schnee

24)   qanniapaluk: sehr leicht fallender Schnee, noch in der Luft

Doch es gibt für mich nur ein Wort für die Sonne, und das heißt Du.

 

Jetzt haben wir den Salat und dazu einen diplomatischen Eklat

Wednesday, February 27th, 2013

Jetzt haben wir den Salat und dazu einen diplomatischen Eklat

Wie nicht schwer vorauszusehen war, war das Chaos bei den italienischen Wahlen vorprogrammiert. Ich hatte mich zwar bei meiner Wahlprognose vor ca. 14 Tagen bei den Zahlen leicht verschätzt, aber beim Endresultat, nämlich der Unregierbarkeit Italiens, die aus den Urnen hervorgegangen ist, lag ich genau richtig. Es stehen sich nun im Parlament drei Blöcke mit einem recht ähnlichen Stimmenanteil gegenüber: Mitte-Limks-Koalition 29,5 % der Wählerstimmen, Mitte-Rechts-Koalition 29,1 % und die „Grillini“ bzw. die Bewegung der 5 Sterne 25,5 %.  Die letzteren, die keine Koalition bildeten, sind damit sogar als stärkste Partei aus den Wahlen hervorgegangen.  Da keine der drei Blöcke mit den anderen zwecks Regierungsbildung zusammengehen will,  stehen wir nun vor der Quadratur des Kreises. Es ist gegenwärtig zwar nicht vollkommen auszuschließen, dass sich zumindest eine temporäre Lösung finden wird, die einige grundlegende Reformen wie eine Wahlrechtsreform, eine Reform der unzähligen wirtschaftlichen Privilegien der politischen Kaste Italiens und eventuell auch eine Reform zum Interesenkonflikt auf dem italienischen Mediensektor (Berlusconi hält etwa 50 % der öffentlichen Medien in seinen Händen) durchführen wird. Doch für eine längerfristige politische Lösung sind zurzeit keinen Anzeichen sichtbar.

Diplomatischer Eklat

Der Kanzlerkandidat der SPD Steinbrück ist gestern mit seinen Äußerungen zum Ergebnis der italienischen Wahlen voll ins Fettnäpchen getreten. Er mag aus deutscher Sicht nicht vollkommen unrecht haben mit seiner Behauptung, dass bei  den italienischen zwei Clowns gewonnen hätten. Einer der Clowns, erklärte Steinbrück weiter, sei der Komiker Beppo Grillo, “ein beruflich tätiger Clown, der auch nichts dagegen hat, wenn man ihn so nennt”. Berlusconi sei “definitiv ein Clown mit einem besonderen Testosteron-Schub”.  Nur so etwas darf man nicht laut auf einer Wahlveranstaltung verkünden, schon gar nicht, wenn  man am darauffolgenden Tag vom italienischen Staatspräsidenten empfangen werden will.  Dieser hat das Treffen nach Steinbrücks Erklärung denn auch prompt abgesagt.

Der fürsorgliche Kinokartenverkäufer

Monday, February 25th, 2013

Der fürsorgliche Kinokartenverkäufer

Wenn ich ins Kino gehe gehe – im Schnitt 1 bis 2 mal im Monat, fahre ich am liebsten von Triest 20 km ins slowenische Koper, denn in Slowenien werden alle Filme in der Originalsprache mit slowenischen Untertiteln gezeigt. Serbokroatische Untertitel wären mir lieber, denn die kann ich gut verstehen, während ich beim slowenischen gerade mal auf ein Drittel an Verständnis komme. Doch laufen die Filme auf Englisch, Serbokroatisch oder gar Deutsch (passiert freilich selten), verstehe ich in etwa weitere 2 Drittel, sodass ich einigermaßen klarkomme.

Eigentlich wollte ich mir den neuen Film “Django unchained” von Tarantino angucken, aber da ich gestern um 23 Uhr wieder zuhause sein wollte, um die Sportschau mit dem Derby Inter gegen AC Mailand anzusehen, kam der Film wegen Überlänge nicht in Frage. Also entschied ich mich für den Film “Film 43″.  Nach dem Anschauen des Trailers erwatete ich mir nicht viel, aber neben einer ganzen Reihe von Stars war Kate Winslett aufgeführt, und die schaue ich mir immer sehr gern an. Kurz vor Filmbeginn kam ich an die Kasse, wo zum Glück gähnende Leere herrschte. Auf meine Bitte für eine Karte für den Film 43, schaute mich der junge, sympathisch aussehende  Kartenverkäufer erstaunt an und sagte mir dann: ” Sind Sie sicher? Der Film ist sauschlecht, ich würde Ihnen eher Tarantino empfehlen.” Ich schaute echt verblüfft drein, sagte ihm aber, dass ich um 23 Uhr zuhause sein müsste und deswegen lieber Film 43 gewählt hatte. Darauf er nur kurz: “Nun wenn Sie unbedingt wollen,” und löste recht unwillig das Ticket. Als ich mich dann auf den Weg in den Saal machte, hatte ich fast ein schlechtes Gewissen.

Ach ja, und vermutlich wollt Ihr wissen, ob der Film denn wirklich so sauschlecht ist. Ein Meisterwerk ist es auf keinen Fall, aber die Szene, wo Kate Winslett mit einem gewissen Hugh Jackman in einem eleganten Restaurant zu Abend ißt – es ist ihr erstes Rendezvous –  und dem Jackmann die Hoden vom Hals herabhängen, ist zumindest recht lustig. Er gibt sich vollkommen unbekümmert, und sie ist anscheinend die einzige im ganzen Restaurant, die die Hoden bemerkt und sich keinen Vers darauf machen kann. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Und das Lokalderby endete 1:1, und ging also friedlicher aus als erwartet. Auch Balotelli hatte sich trotz der Buhrufe der Interfans, die den Wechsel von Balotelli zum Lokalrivalen schlecht verdaut hatten, ganz gut im Griff, sodass der erwartete Eklat ausblieb. Jetzt fiebern wir dem Walhlergebnis der italienischen Palmentswahlen entgegen. Sollte sich meine Prognose bewahrheiten, haben wir zumindest einen weiteren Politeklat.

 

Autostrade

Thursday, January 10th, 2013

Parlamentswahlen in Italien – Chaos weitgehend vorprogrammiert

Am 24. und 25. Februar finden italienische Parlamentswahlen statt. Dabei können wir vier große Blöcke unterscheiden, die sich Hoffnungen auf einen Wahlsieg machen können.

Da gibt es einen Mitte-Links-Block, der von der Demokratischen Partei und deren Kanzlerkandidaten Pierluigi Bersani angeführt wird. Mit dabei sind noch Sinistra Ecologica e Liberta (Ökologische Linke und Freiheit) mit ihrem Führer Nichi Vendola und das Centro Democratico (Demokratisches Zentrum), das von Bruno Tabacchi und Massino Donati angeführt wird.

Sodann haben wir die Scelta Civica (zivile Wahl) unter der Führung des letzten Kanzlers Mario Monti, der auch als Kanzlerkandidat nominiert ist. Hier sind mit an Bord die UDC (Unione di Centro – Zentrumsunion) von Pier Ferdinando Casini und Futuro e Liberta (Zukunft und Freiheit) des letzten italienischen Parlamentspräsidenten Gianfranco Fini.

Als dritte Kraft tritt die Mitte-Rechts-Koalition unter Silvio Berlusconi zu den Wahlen an. Berlusconi ist zwar der erste Listenkandidat, hat sich aber nicht als Kanzlerkandidaten aufstellen lassen, sondern beansprucht für sich das Amt des Wirtschaftsministers. Bei diesem Bündnis soll der Kanzler erst nach den Wahlen ernannt werden, und ihm gehören neben Berlusconis Partei PdL (Partito della Liberta – Partei der Freiheit) noch die Lega Nord von Roberto Maroni, die Fratelli d´ Italia (Brüder Italiens) von Crosetto, Meloni und La Russa, die beiden sizilianischen Parteien Grande Sud und Mpa (Movimento per le Autonomie – Bewegung für die Unabhängigkieten) sowie La Destra (Die Rechte) von Storace an.

Die vierte Kraft, die auf eine recht hohe Stimmenzahl hoffen kann, ist das Movimento Cinque Stelle (Bewegung Fünf Sterne) des Komikers Beppo Grillo. Diese Bewegung ist cum grano salis in Hinsicht ihrer parteipolitischen Ausrichtung in der Nähe der deutschen Piratenpartei anzusiedeln. Sie ist mit keiner anderen Partei oder Bewegung verbündet.

Neben diesen vier Parteien bzw. Bewegungen können sich noch folgende zwei Formationen Hoffnungen auf einen Einzug in das Abgeordnetenhaus: „Rivoluzione Civile“ (Zivile Revolution) vom ehemaligen Richter Antonio Ingroia und „Fare per fermare il declino“ (Engagement für den Einhalt des Niedergangs).

Soweit eine Übersicht über die wichtigsten Kräfte, die sich in weniger als zwei Wochen dem Votum der Italiener stellen werden. Und soweit schön und gut, denn vor wenigen Wochen sah es auch noch danach aus, dass aus dem Urnengang ein eindeutiger Sieger hervorgehen wird, nämlich die Mitte-Links-Koalition unter Bersani. Doch in den letzten Wochen haben sich hier die Ereignisse übertroffen. So hat sich Bersani nach dem Sieg gegen den florentinischen Bürgermeister und jungen Erneuerer Matteo Renzi bei den Vorwahlen, die in seiner Partei PD (demokratische Partei) abgehalten wurden, auf seinen Lorbeeren ausgeruht. Ohne Charisma und dank seines recht blassen Auftretens, das außer seinen eigenen Parteileuten kaum einen Italiener überzeugt – insbesondere wohl auch nicht die unentschlossenen Wähler, deren Zahl kurz vor den Wahlen immer noch bei ca. 30 % liegt – hat er den großen Vorteil gegenüber seinen direkten Konkurrenten, darunter vor allem Silvio Berlusconi, weitgehend eingebüßt. Und seine Siegesbewusstsein, das noch vor wenigen Wochen ungebrochen war, verlieh ihm auch eine gewisse überhebliche Haltung, die leider bei der italienischen Linken in den letzten Jahren eh stark vertreten war. Man denke nur an die graue Eminenz in der Partei, also an Massimo D´Alma, dessen arrogantes Wesen gewissermaßen angeboren zu sein scheint,

Ganz anders dagegen Silvio Berlusconi, der von fast allen politischen Experten noch vor wenigen Monaten abgeschrieben war. Mit seiner extrem aggressiven und fast überall präsenten Wahlkampagne ist er wie ein Phönix aus der Asche auferstanden. Und man muss ihm dabei anrechnen, dass er auch die Konfrontation mit seinen stärksten Opponenten in den Medien nicht gescheut hat. Seiner charismatischen Ausstrahlung bewusst, ging er keiner Konfrontation in den öffentlichen Medien, von denen ihm eine ganze Reihe alles andere als wohlgesonnen sind, aus dem Weg und schlug sich mehr oder oder weniger tapfer, denn darüber gehen die Stimmen auseinander. Ohne Zweifel griff er dabei auf sein bewährtes Repertoire zurück, dass fast unbegrenzte Versprechungen für alle Wählerschichten bereithält. So sollen im Fall seines Wahlsieges zuerst die extrem unpopuläre Steuer für den Haus- oder Wohnungsbesitz, die unter dem Kanzler Monti verabschiedet wurde, zurückerstattet werden. (Dass diese Steuer von seiner Regierung vorbereitet wurde, um den Staatshaushalt zu sanieren, verschweigt Berlusconi freilich.) Weitere Versprechungen lauten auf die Schaffung von Millionen von neuen Arbeitsplätzen (auch dies ist nichts neues, sondern wurde von Berlusconi bei allen Wahlen als wichtigstes Ziel seiner neuen Regierung propagiert und dann am Ende…….nie eingelöst). Für das, was er sonst noch alles versprach, fehlt mir hier der Platz. Leider ist Tatsache, dass die Italiener lieber diese Versprechungen hören als die blassen und trockenen Verlautbarungen von Bersani oder Monti.

Zu einem dürfte der Wahlausgang also sehr knapp ausgehen, und es wird sich kaum eine starke Mehrheit im italienischen Parlament ausbilden. Und sollte dies überraschenderweise doch geschehen, bleibt vollkommen unklar, wie die Mitte-Rechts- und die Mitte-Links-Koalition ihren politischen Zusammenhalt aufrechterhalten können. In beiden Lagern sind extrem unterschiedliche Kräfte vereint, und man sieht eigentlich nicht, wie diese eine gemeinsame Regierung bilden können, geschweige denn ein starkes Regierungsprogramm, das der schweren finanziellen und wirtschaftlichen Krise in Italien gerecht wird.

Damit dürften wir mal wieder an einen Punkt angelangt sein, wo die Unregierbarkeit Italiens oder das Chaos nach den Wahlen vorprogrammiert sein dürfte. Hier nun auch meine Prognose zum Wahlausgang, wobei ich vorausschicken muss, dass sich die Zahlen betreffs Abgeordnetenhaus und Senat noch unterscheiden können, da das zurzeit gültige Wahlrecht nicht für beide Kammern einheitlich ist.

Meine Wahlprognose:

Mitte-Links-Block 25%

Monti und die Scelta Civica: 15 %

Berlusconi und die Mitte-Rechts-Koalition: 20 %

Grillo und seine Bewegung Cinque Stelle: 15 %

Ingroia und seine Rivoluzione Civica: 5 %

Oscar Giannino und Fare per fermare il declino: 4 %

Der Rest geht an kleinere Formationen oder betrifft ungültige Stimmen.

 

AUTOSTRADE

Neben der italienischen Bürokratie, wozu ich auch die unüberschaubare und riesige italienische Politikerclique rechne, gehören die “autostrade”, also die italienischen Autobahnen, zu meinen ganz besonderen Lieblingen. Soweit mir bekannt, gibt es in Europa kaum ein Land mit ähnlich hohen Mautgebühren wie hier. So kostet zum Beispiel die einfache Strecke Triest (Ausfahrt Duino) bis nach Venedig (Ausfahrt Est) Euro 10,70. Dabei handelt es sich gerade mal um 118 km. Da es in Italien keine Vignetten gibt, kann sich ein Jeder selbst ausrechnen, was bei Autobahnfahren an Kosten entstehen. Noch unglaublicher als diese Halsabschneiderei ist freilich der Umstand, dass lange Schlangen und Wartezeiten nichts ungewöhnliches sind. Daher spielen sich an den Mautstellen besonders in der Hauptreisezeiten der Sommermonate dramatische Szenen ab. Bei Temperaturen von 35 Grad und mehr erleiden ältere Personen und Kinder Schwächeanfälle – ja ich denke, es ist gar zu einzelnen Todesfällen gekommen. Und anstatt dass in solchen Extremsituationen die Autostrade die Mautstellen öffnen, passiert nichts. Hinundwieder geht ein kleiner Aufschrei durch die italienische Presse, aber nach einigen Tagen ist alles wieder vergessen.

Nun gut: soviel dazu. Zum Abschluss sei aber auch ein rühmlicher Umstand erwähnt. An den meisten italienischen Raststellen gibt es keine Toilettengebühr. Daher wird zumindest meiner Devise “Freies Pinkeln in einem freien Land” Rechnung gezollt.