Beten kann tödlich sein

Beten kann tödlich sein

Zumindest in Triest und dann besonders, wenn man in unser Stadtkrankenhaus Cattinara zur Rekonvaleszenz eingewiesen wird. Das aus zwei hohen Türmen bestehende Krankenhaus machte das erste Mal große Schlagzeilen zur Zeiten der Atomkatastrophe von Tschernobyl. Einige pfiffige Italiener filmten die beiden Türme im Nebel und verkauften den Film dann an eine große amerikanischen Fernsehsender als „Originalaufnahmen“ vom defekten Atommeiler in der Ukraine. Fast genauso bizarr klingt folgende Geschichte, diesmal leider wirklich mit tödlichem Ausgang.
Eine 84 jährige Patientin beschloss zum Abendgebet in die Kapelle des Krankenhauses zu gehen und war nur mit einem leichten Morgenmantel bekleidet. Sie verließ nach dem Gebet die Kapelle durch eine unbeschriftete Tür und erwischte dabei den Notausgang bei Brandgefahr. Sie endete in einem kleinen Außenhof, von dem die Tür nicht mehr zu öffnen war. Über Nacht sank die Temperatur auf wenige Grad über Null, sodass die alte, recht zierliche Dame den Morgen nicht mehr lebend erlebte. Die Krankenhausdirektion hat Nachforschungen eingeleitet.

Auch Motorradfahren kann tödlich sein

Dass Motorradfahren vermutlich noch tödlicher als Beten sein kann, dürfte auch einem Nichtmotorradfahrer wie mir immer mehr bewußt werden. Ich brauche nur an meine letzten Stürze vom Fahrrad zu denken, die sich im Vergleich zu der Geschwindigkeit eines Motorades ja geradezu als harmlos darstellen. Was kann einem nicht alles auf der Straße an Gefahren begegnen, beginnend von Schlaglöchern über heruntergefallen Äste bis zu allen möglichen Gegenständen, die irgendwann und irgendwie einmal auf einer Straße landen können.
Eine gute Bekanntschaft von mir – begeisterte Motorradfahrerin und auch eine hervorragende Schachspielerin (man sollte es kaum glauben, aber es gibt auch solche Frauen) hatte sich mit einem Freund im September 3 Wochen lang auf eine große Motorradreise begeben. Von München durch die Tschechhei, Slowakei, Ukraine, Rumänien, Serbien, Albanien sollte es dann über Montenegro, Kroatien und Slowenien zurück in die Heimat gehen. Doch in Albanien passierte es. Dazu lesen wir nun den Originaltext meiner Bekannten.

„Die ganze Sache hat fantastisch begonnen und ist dann allerdings im hintersten Eck von Albanien fürchterlich eskaliert. Mein Reisepartner hatte einen Motorradunfall der spektakulären Sorte. Das führte dazu, dass er letztlich über Tirana mit dem Learjet nach D gebracht und operiert wurde. Im Augenblick liegt er in der Klinik in Würzburg…ein bisschen die Knochen gebrochen und noch ein paar andere Geschichten. Zum Glück ist mir nix passiert. Er hat nämlich bei seinem Abgang auch noch meine Maschine gestreift. Ich konnte noch fahren, musste aber den Urlaub abbrechen Anfang September 🙁 Zu allem Übel bin ich in genau dieser Nacht auch noch richtig krank geworden. Ein unglaublicher Brech-Durchfall mit Fieber und Schüttelfrost und dann wieder Schweißausbrüchen. Ich war völlig am Ende, bin in dem Zustand aber im Dauerregen die 2000km noch alleine nach Hause gefahren. War so heftig, dass ich mich IN den Helm übergeben habe….keine Chance, noch anzuhalten in der Akutphase. Ich habe gedacht, ich gehe drauf, war total dehydriert – wurde immer schlimmer – habe gezittert, nix drin behalten, kam alles wieder hoch. Nur Wasser ging…So heftig hatte ich das noch nie. War richtig benebelt hier angekommen…Infusionen bekommen….Naja….Also richtig Abenteuer! :-/“

Fazit: Am besten beides sein lassen.

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