Das Jahr des fallenden Radlers

Das Jahr des fallenden Radlers

Dieses Jahr wird sich nicht nur wegen seines relativen schlechten Wetters bei mir im Gedächtnis einprägen, sondern auch wegen meiner Versuche, das Rauchen aufzugeben. Versuche, die vor einem Monat wieder jämmerlich gescheitert sind. Vor allem aber wegen 3 spektakulärer Stürze vom Rad, von denen einer tödlich und zwei mit schweren Verletzungen hätten enden können. Der erste passierte noch im Frühjahr mit meinem Rennrad, wo mein Rennrad auf gerader Strecke auf einmal bockte und ich im Kantstein landete. Von seinen Folgen war dies der schwerste, denn ich war 14 Tagen vom Rücken über den Arsch bis zu den Oberschenkeln von gewaltigen Blutergüssen gezeichnet. Die ersten 3 Nächte war es sehr schwierig, eine möglichst schmerzfreie Schlaflage zu finden.

Dieser erste Sturz verleitete mich zum Kauf eines Mountainbikes. Mit dem Erwerb hatte ich schon lange geliebäugelt, aber ihn immer wieder hinausgeschoben. Nun schritt ich auch aus Sicherheitsgründen zum Kauf und stürzte mich mit der Ausgabe von Euro 800 richtig in Unkosten. Richtig stolz auf mein neues Eigentum, das auf den lieblichen Namen Black Forest hörte, sah ich mich nun endlich in der Lage, den für mein altes Rennrad unerlässlichen Asphaltbelg zu verlassen und hinein in die Natur zu radeln. Überraschenderweise erwies sich dieses Rad trotz seiner sehr dicken Bereifung als recht schnell, so dass ich halsbrecherisch und von allen guten Geistern verlassen einmal mit ca. 25 km in eine scharfe S-Kurve hineinraste, wo ein Mopedfahrer mir im selben Moment entgegenkam. Meine Vollbremsung warf mich im hohem Bogen über das Bike und hätte ziemlich furchtbar enden können. Doch ein Schutzengel hatte schonend seine Hand über mich gehalten. Außer einigen Abschürfungen und einem kleinem Bluterguss war weiter nichts gewesen.

Der dritte Sturz ereignete sich heute, wo ich bei nassem Wetter schräg auf einen Kantstein hinauffahren wollte. Trotz der dicken Reifen bockte meine Black Forest (meine Räder können nur weiblich sein) und wieder flog ich in hohem Bogen auf die Nase. Erstaunlich, dass ich bei meinem Gewicht von ca. 100 kg wiederum nur mit einigen Schrammen davon gekommen bin. Einige Passanten in der Nähe hatten sich schon angeboten, den Rettungswagen zu rufen.
Fazit: Alle guten Stürze sind drei, und ich hoffe inständig, dass es dabei bleibt.

2 Responses to “Das Jahr des fallenden Radlers”

  1. Margit Leiner-Henry sagt:

    Liebster Ex-Chef,

    Ich bitte Dich INSTÄNDIG, diese „Selbstmordversuche“ mittels Rad in Zukunft zu unterlassen; ist es nicht viel stressfreier, einfach die wunderschöne Umgebung, in der Du Deine Black Forest radeln darfst, ohne halsbrecherische Aktionen in Dich aufzusaugen und zu genießen??? 🙂

    Es bittet Dich in alter Verbundenheit und Freundschaft,

    Deine Ex-MA
    Marga

  2. Jens Reuschel sagt:

    Ich werde es mir hinter die Ohren schreiben. Nur fraglich, ob ich es dort auch werde lesen können.

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