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Der fürsorgliche Kinokartenverkäufer

Wenn ich ins Kino gehe gehe – im Schnitt 1 bis 2 mal im Monat, fahre ich am liebsten von Triest 20 km ins slowenische Koper, denn in Slowenien werden alle Filme in der Originalsprache mit slowenischen Untertiteln gezeigt. Serbokroatische Untertitel wären mir lieber, denn die kann ich gut verstehen, während ich beim slowenischen gerade mal auf ein Drittel an Verständnis komme. Doch laufen die Filme auf Englisch, Serbokroatisch oder gar Deutsch (passiert freilich selten), verstehe ich in etwa weitere 2 Drittel, sodass ich einigermaßen klarkomme.

Eigentlich wollte ich mir den neuen Film „Django unchained“ von Tarantino angucken, aber da ich gestern um 23 Uhr wieder zuhause sein wollte, um die Sportschau mit dem Derby Inter gegen AC Mailand anzusehen, kam der Film wegen Überlänge nicht in Frage. Also entschied ich mich für den Film „Film 43″.  Nach dem Anschauen des Trailers erwatete ich mir nicht viel, aber neben einer ganzen Reihe von Stars war Kate Winslett aufgeführt, und die schaue ich mir immer sehr gern an. Kurz vor Filmbeginn kam ich an die Kasse, wo zum Glück gähnende Leere herrschte. Auf meine Bitte für eine Karte für den Film 43, schaute mich der junge, sympathisch aussehende  Kartenverkäufer erstaunt an und sagte mir dann: “ Sind Sie sicher? Der Film ist sauschlecht, ich würde Ihnen eher Tarantino empfehlen.“ Ich schaute echt verblüfft drein, sagte ihm aber, dass ich um 23 Uhr zuhause sein müsste und deswegen lieber Film 43 gewählt hatte. Darauf er nur kurz: „Nun wenn Sie unbedingt wollen,“ und löste recht unwillig das Ticket. Als ich mich dann auf den Weg in den Saal machte, hatte ich fast ein schlechtes Gewissen.

Ach ja, und vermutlich wollt Ihr wissen, ob der Film denn wirklich so sauschlecht ist. Ein Meisterwerk ist es auf keinen Fall, aber die Szene, wo Kate Winslett mit einem gewissen Hugh Jackman in einem eleganten Restaurant zu Abend ißt – es ist ihr erstes Rendezvous –  und dem Jackmann die Hoden vom Hals herabhängen, ist zumindest recht lustig. Er gibt sich vollkommen unbekümmert, und sie ist anscheinend die einzige im ganzen Restaurant, die die Hoden bemerkt und sich keinen Vers darauf machen kann. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Und das Lokalderby endete 1:1, und ging also friedlicher aus als erwartet. Auch Balotelli hatte sich trotz der Buhrufe der Interfans, die den Wechsel von Balotelli zum Lokalrivalen schlecht verdaut hatten, ganz gut im Griff, sodass der erwartete Eklat ausblieb. Jetzt fiebern wir dem Walhlergebnis der italienischen Palmentswahlen entgegen. Sollte sich meine Prognose bewahrheiten, haben wir zumindest einen weiteren Politeklat.

 

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