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Handymanie im öffentlichen Zagreber Nahverkehr

Steigt man in die gemütlichen Zagreber Straßenbahnen, bietet sich einem ein ungewohntes Bild: Fast alle Fahrgäste halten ihr Handy in der Hand. Doch kaum einer telefoniert. Sie schauen zumeist auch kaum auf das Handy, sondern betrachten eher mit Interesse – oder sollte ich besser sagen mit ängstlichem Interesse – die anderen Fahrgäste. Lange Zeit konnte ich mir einfach keinen Reim darauf bilden. Und fragte mich häufig: Was treibt den Zagreber dazu, in den Bussen oder Straßenbahnen das Handy in der Hand zu halten. Ist es hier vielleicht ein so großes Statussymbol, dass sich einfach alle damit wichtig tun müssen? Oder ist der Empfang dort besonders gut? Ja warten vielleicht alle gerade in der Straßenbahn auf den Anruf ihres Lebens?

Nun, irgendwann wurde ich dann aufgeklärt. Der Grund ist natürlich viel prosaischer, wie fast alles im Leben. Vor cirka 15 Monaten hat der Zagreber Verkehrsverband sich elektronisch revolutioniert und die Variante eingeführt, dass man die Fahrkarte per Sms kaufen kann. Finde ich irgendwie Klasse diese Revolution. Doch jetzt frage ich mich nur, wie der Verband da auf seine Kosten kommt, denn zumindest die kroatischen Handybesitzer – und das sind auch dort über 90 % der Bevölkerung – dürften seitdem keine Fahrkarten mehr kaufen,  sondern stattdessen lieber ihr Handy in der Hand halten. Für den Fall der Fälle.

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