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Rauchen auf Raten

Mein Kampf mit den Zigaretten oder besser mit denselben aufzuhören, nimmt immer skurrilere Züge an. Schon vor einem Jahr kaufte ich eine E-Zigarette mit dem festen Vorsatz, das Rauchen von nun an auf die E-Zigarette zu beschränken. Dies gelang mir am Anfang für 1-2 Wochen, doch dann wurde ich sofort wieder rückfällig. Den nächsten ernsthaften Versuch unternahm ich im letzten Herbst, und es sollte mir dann wirklich gelingen, fast zwei Monate nur auf der E-Zigarette herumzunuckeln. Dieser Erfolg war vor allem dem Umstand zu verdanken, dass ich keine Zigaretten mehr kaufte. Und wie jeder weiß, sind keine Zigaretten im Haus, wird es mit dem Rauchen auch nichts. Dies hinderte mich freilich nicht daran, bei jeder erstbesten Gelegenheit nach Zigaretten zu schnorren, also immer wenn ich meinen vier Wänden den Rücken kehrte. Freunde und Bekannte zeigten sich recht kooperativ, und die Bitte um einen Glimmstengel wurde mir nie verweigert. Bei wildfremden Menschen war dies schon etwas schwieriger. Doch eingedenk des eigentlich weltweiten verbrieften Gebots, auch dem zum Tode Verurteilten den Wunsch nach seiner letzten Zigarette zu erfüllen, ließen mich nur sehr wenige abblitzen. Freilich ist das Schnorren allein schon recht peinlich, und wird man dann wie ein Penner abgewiesen, kommt auch wenig Freude auf.

Wie gesagt, mir dessen wohl bewußt, dass es für eingefleischte Raucher eigentlich nur diese eine Lösung gibt, nämlich den Nichtkauf der Zigeretten, habe ich folgende Kompromisslösung ausgeklügelt. Ich ging heute ins Tabakladen, kaufte eine Schachtel, entnahm zwei Zigaretten und deponierte die Schachtel, versehen mit meinem Namen, im Laden. Will ich also mehr als zwei Sargnägel rauchen, muss ich den fast 1 km langen Weg zum Laden zurücklegen. Da die kleinen Läden in Italien auch noch recht rigorose Öffnungszeiten haben und in der Regel von 13-16 Uhr geschlossen sind, ist mein Handlungsspielraum begrenzt. Was sich zum Beispiel jetzt um 21 Uhr, wo ich diesen Text gerade schreibe, deutlich bemerkbar macht. Zum Glück steht aber eine Flasche Wein neben mir. Doch da fällt mir ein, dass ich mit dem Wein wohl genauso vorgehen sollte. Freilich muss ich in dem Fall noch das Transportproblem lösen.

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